Wachstuchworkshop im Baumhaus

In der FC kaufen wir unsere ökologisch und zunehmend regionalen Produkte neuerdings noch müllfrei(er) ein. Im August veranstalteten wir dazu einen Workshop und lernten Wachstücher herzustellen.

Der ein oder die andere stellte sich zum Beginn allerdings erst mal die Frage „Was macht man eigentlich damit?“

Eine ganze Menge! Käse im Kühlschrank einwickeln, darin eingeschlagenes Brot mit zur Arbeit nehmen, über die Salatschüssel spannen, angeschnittene Tomaten einwickeln… alles wofür sonst Frischhalte- oder Alufolie herhalten müssen. Nur warm werden, darf das Wachstuch nicht, sonst schmilzt es.

Kaum war diese Frage geklärt, legten wir auch schon los und besetzten in den folgenden Stunden die Küche des Baumhauses.

Wie stelle ich Wachstücher her? – Eine Anleitung in 6 Schritten
  1. Zuerst musste das Bienenwachs (zu kaufen z.B. hier www.imker-bio.de/wachs/) gehobelt werden. Wir stellten fest, dass sich die feinere Reibe deutlich besser dafür eignet.
  2. Dann ging es dran, sich einen Stoff auszusuchen und ihn zurecht zuschneiden. Der Stoff sollte aus Baumwolle oder Leinen sein, damit er das Bienenwachs schön aufsaugen kann.
  3. Soll das Wachstuch später ordentlich aussehen, muss es nun abgesteckt und umgenäht werden.
  4. Dann wird es in eine feuerfeste Form gelegt, mit gehobeltem Bienenwachs bestreut und bei 80-100 °C in den Ofen geschoben.
  5. Nun schmilzt das Bienenwachs und zieht in das Tuch ein. Vielleicht muss man noch ein bisschen mit dem Pinsel nacharbeiten, noch etwas mehr Wachs drauf geben oder das Tuch wenden, damit alle Seiten in Wachs getränkt werden. Aufgepasst! Wenn Wachs zu heiß wird, fängt es an zu rauchen.
  6. Wenn alles geschmolzen, eingezogen und verteilt ist, könnt ihr das Tuch rausnehmen und abkühlen lassen. Zum Beispiel auf einer Wäscheleine. Fertig ist das Wachstuch!
Wichtige Hinweise für danach

Wenn das Wachstuch mit der Zeit weiße Wachsstreifen bekommt, kann man es oben und unten mit Backpapier abdecken und einmal drüber bügeln. So verflüssigt sich das Wachs und zieht wieder in den Stoff ein.

Die Backform, der Pinsel und die Reibe lassen sich danach übrigens nicht mehr wirklich sauber machen. Verwendet alles einfach für die nächste Wachstuchaktion wieder. Wer seine Backform nicht einwachsen will, kann sie mit Backpapier auslegen.

Weil wir so viel Stoff hatten, haben wir gleich noch ein paar Stoffbeutel genäht. Darin kann man wunderbar lose Trockenware aus dem Großgebinde, aber auch kleines Obst und Gemüse transportieren.

Nun gibt es also acht neue Wachstuchprofis. Vielleicht bieten die ja nochmal einen Workshop an 😉

Text: Signe Heins; Fotos: Ulrike Amsel, Signe Heins